das online-magazin sozialer arbeit, gesellschaft und lebenskunst - vom Dienstag, dem 07.09.10

Kolumne

Gottes Fügung?

E in Gottesdienst und sonniges Plaudern im Anschluss. Stimmen:

Dr. Bernhardt mag heute eher vom Praktikum des Enkels in Dubai reden: „... hätten wir früher nicht mal zu träumen gewagt.“ Dass sein Amt als Kirchgemeinderat einmal gesellschaftlich und geschäftlich von Vorteil sein kann - ganz im Unterschied zu jenen Jahren, als es anderer Arrangements bedurfte - auch davon wagte er nicht zu träumen.
Pastor Friedrich, er wechselte einst bewusst in die Sowjetzone, um kommunistisch-atheistischem Unheil zu widerstehen, lobt die Übernahme westdeutscher Staatlichkeit und die Rückkehr der ostdeutschen Kirchen in die EKD. Es beunruhige ihn allerdings, dass die Wahrheit einer DDR als Unrechtsstaat mit Diskussionen um unabgegoltene Reste der Revolution ’89 verwässert werde.

Studienrat Brunnhuber, Pensionär aus Württemberg, fühlt sich mittlerweile wie zu Hause. Sein Engagement sieht er als nach wie vor nötige Hilfe für die armen Brüder und Schwestern im Osten.

Ich will mir die Sehnsucht nicht ausreden lassen

E ine Kolumne soll ich also schreiben, wöchentlich.
So sitze ich nun vor einem ersten weißen Blatt und schon ruft es mir entgegen:
"Nichts ist fataler, als Antworten auf Fragen zu suchen, die niemand gestellt hat". Oder noch drastischer im Sinne Nietzsches: "Man hört nur jene Fragen, auf welche man imstande ist eine Antwort zu finden." Ist die Sache somit angetan, wie die Redewendung sagt, zum Bumerang zu werden?