das online-magazin sozialer arbeit, gesellschaft und lebenskunst - vom Dienstag, dem 07.09.10

News: Gesellschaft

Ökumenischer Kirchentag: Etikettenschwindel?

 [publik forum] - Friedrich Schorlemmer, Theologe und Publizist wird nicht am 2. Ökumenischen Kirchentag in München teilnehmen, der vom 16. bis 20. Mai stattfindet. Er spiele den Kirchenfrieden nur vor und in Wahrheit wird der Dissens festgeschrieben, so das Mitglied des deutschen PEN-Zentrums.
Mit seiner Entscheidung will Schorlemmer keinen Druck ausüben, nur zur Freiheit ermutigen, die sich innerlich und äußerlich viele evangelische und katholische Christen längst nähmen: die Anerkennung des unterschiedlichen Abendmahlsverständnisses und die der evangelischen Kirche als Kirche Jesu Christi in vollem Sinne.
"Es reicht eben nicht", schreibt er, "was die 'Macher' des ÖKT sich auf die Fahnen geschrieben haben: dass wir ein gemeinsames ethisches, geistliches, politisches Zeugnis nach außen ablegen - wenn wir Gemeinsamkeiten nach innen viel zu wenig finden, vor allem im Zentrum nicht. Es ist für Nichtchristen unbegreiflich, dass wir uns in einem Kernbereich unseres Christseins voneinander absperren - wegen tradierter Lehrunterschiede! Unsere Gemeinschaft nach innen würde unser Zeugnis nach außen viel glaubwürdiger machen. Vielleicht erst wirklich glaubwürdig."

Quelle:
- publik forum, Nr. 7 - vom 09. April 2010

Kopenhagen - persönlich

Die Internetseite des Umweltbundesamtes http://uba.klima-aktiv.dexterner Linkweise ermöglicht es, die persönliche CO2-Bilanz zu berechnen. Dem Ergebnis wird der vergleichbar durchschnittliche CO2-Ausstoß in Deutschland gegenübergestellt.

Männer - Identitäten und Verhalten heute

Eine neue sozialwissenschaftliche Studie, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, entdeckt Männer neu.
Ein Buch von Dr. C. Wippermann, Dr. M. Calmbach und Katja Wippermann: "Männer: Rolle vorwärts, Rolle rückwärts?" 

Zu einigen wichtigen Ergebnissen:

  • Die Studie macht vier Haupttypen männlicher Geschlechteridentität aus:
    der postmoderne Mann, der starke Haupternährer der Familie, der moderne Lifestyle-Macho, der moderne neue Mann
  • Das Set klassisch-männlicher Eigenschaften hat bei einem großen Teil der Männer seinen Charme, seinen Leitbildcharakter verloren und ist zum Teil diskreditiert.
  • Gleichstellung trennt heute nicht mehr die Geschlechter, sondern Generationen und Milieus: Männer sind in ihren Einstellungen oft weiter, als die alltäglichen Strukturen es zulassen.
  • 'Neue Männer' sind in den obersten Führungsetagen nur selten zu finden. Hier ist weiter das Bild vom 'starken Mann' attraktiv und Voraussetzung für den Eintritt in diese Etagen und Netzwerke. Es wird in oberen Führungsetagen oft ein Männerbild gefördert und belohnt, dass viele gar nicht haben.
  • Durch biographische Ereignisse, z.B. Heirat, erstes Kind, beruflicher Umzug, rutschen emanzipierte Männer mit ihrer Partnerin oft innerhalb kürzester Zeit in eine traditionelle Rollenverteilung, die beide nie wollten.

Die Studie kommt u.a. zu folgenden Schlüssen:

  • Moderne Gleichstellung sollte Männer nicht nur auf ein Mehr an Verpflichtungen reduzieren.
  • Es ist zu bemerken, dass Männer 'nicht emanzipiert werden wollen', also kein passives Objekt, mit dem etwas gemacht wird. Sie wollen selbst Akteure des Entwicklungsprozesses sein.

Quelle und weitere Informationen:
- sinus-news linkverweis